Häufig gestellte Fragen zur Hautgesundheit

Ihr Dermatologe antwortet!

Was ist ein Muttermal?

Ein Muttermal ist eine gutartige Ansammlung von pigmentbildenden Zellen in der Haut. Verantwortlich für die braune bis schwarze Färbung ist der Farbstoff Melanin.

Nicht verwechselt werden darf ein Muttermal mit den sogenannten „Altersflecken“. Dabei handelt es sich auch um Pigmentflecken, die durch die örtlich vermehrte Ablagerung des Pigments Lipofuszin in der Oberhaut entstehen. Sie sind gutartig und stellen für die Betroffenen häufig ein kosmetisches Problem dar.

Wie erkenne ich Muttermale?

Muttermale sind meistens einfarbig und zeigen sich in braunen bis schwarzen Farbtönen. In einigen Fällen gibt es auch rote Muttermale. Prinzipiell kann ein Muttermal am ganzen Körper auftreten. Seine Form ist flach oder knötchenförmig, die Oberfläche rau oder glatt. Aus diesen Verschiedenheiten lassen sich noch keine Rückschlüsse auf den Zustand des Muttermals und etwaige Risiken ziehen.

Wie entsteht eigentlich ein Muttermal?

Ein Muttermal kann bereits bei der Geburt vorhanden sein oder im Lauf des Lebens erworben werden. Angeborene Muttermale sind eher selten. Der Erwerb von Muttermalen im Lauf des Lebens hängt von den Erbanlagen und von der Sonnenbestrahlung ab.

Kann man die Entstehung von Muttermalen verhindern?

Zwar spielt die Veranlagung für Muttermale eine Rolle, dennoch kann durch vorsichtigen und verantwortungsvollen Umgang mit Sonnenlicht sowie ausreichender Anwendung von hochwertigen Sonnenschutzprodukten die Neuentstehung vieler Muttermale verhindert werden.

So wichtig das Sonnenlicht für unser Wohlbefinden und auch für die körpereigene Produktion von Vitamin D auch ist, die „knackige“ Bräune oder ausgedehnte Sonnenbäder sind dazu nicht notwendig. Auch von Solariumbesuchen ist abzuraten. Achtung: Wer sich die Haut im Solarium bräunen lässt, beugt damit einem Sonnenbrand nicht vor!

Wie können Veränderungen an Muttermalen erkannt werden? Die ABCDE-Regel, was ist das?

Um ein Muttermal richtig einschätzen zu können, kann man die ABCDE-Regel anwenden. Wenn mindestens eines der folgenden Kriterien zutrifft, sollte ein Arztbesuch erfolgen:

A wie Asymmetrie: ungleichmäßige, asymmetrische Form. Möglicherweise hat sich auch die Form des Muttermals zuletzt verändert.

B wie Begrenzung: Achtung bei verwischten Konturen oder gezackten Rändern. Ebenfalls auffällig ist es, wenn ein dunkler Hautfleck in den gesunden Hautbereich wächst.

C wie Colour: Zu achten ist auf jene Muttermale, die in der Farbe nicht gleichmäßig sind, sondern eine Vermischung mit schwarzen, grauen oder rosa Punkten zeigen.

D wie Durchmesser: eine halbkugelige Form sowie ein Durchmesser, der größer als 5 mm ist, sollte auf jedenfalls ärztlich abgeklärt werden.

E wie Erhabenheit: Hier geht es darum, wie sich ein Muttermal beim Tasten anfühlt und ob es in den vergangenen Monaten neu entstanden ist.

Neben diesen Aspekten ist es außerdem wichtig, auf folgende Punkte bei Muttermalen zu achten:

  • Größenzunahme
  • Juckreiz
  • Blutungen

Muss mein Muttermal entfernt werden?

Dies kann nur nach einer eingehenden Untersuchung festgestellt werden. Die vielen Erscheinungsbilder eines Muttermales erfordern eine regelmäßige Kontrolle mit modernsten EDV-unterstützten Diagnosegeräten. Der Zustand jedes Muttermals wird dabei idealerweise archiviert, damit man später durch Vergleichsberechnungen ermitteln kann, ob etwaige Veränderungen Anlass zu Sorge geben. Mit freiem Auge alleine sind diese Veränderungen nicht feststellbar. Große Sicherheit bietet dabei eine Untersuchungsmethode mit dem Fotofinder®.

Nicht nur auffällig gewordene Muttermale müssen entfernt werden. In manchen Fällen kommt es auch bei harmlosen Muttermalen zu einer Entfernung. Beispiele dafür sind Reibung durch Kleidung, Haarbürste oder Rasierer. Auch ästhetische Gründe, etwa wenn Muttermale als zu groß oder optisch als störend empfunden werden sind möglich.

Welche Methode zur Entfernung von Muttermalen gibt es?

Nach lokaler Betäubung erfolgt die chirurgische Entfernung mittels eines Skalpells. Dieser Vorgang verläuft in der Regel ohne Komplikationen und hinterlässt keine Narben. Ebenfalls möglich sind Elektrochirurgie und Lasertherapie. Die Entfernung erfolgt dabei immer ambulant und der Patient kann direkt nach der Behandlung nach Hause gehen.

Welchen Selbsttest kann ich durchführen?

Einmal pro Monat sollte die Haut auf verdächtige Pigmentflecken untersucht werden. Für Körperstellen wie Nacken oder Rücken nimmt man am besten einen Handspiegel. Verdächtig sind alle Muttermale mit einem Durchmesser von über 5 mm, plötzlich veränderte Muttermal sowie blutende, juckende oder entzündete Muttermale. Genauere Beurteilungskriterien liefert die Untersuchung nach der ABCDE-Regel. Dieser Selbsttest kann einen Arztbesuch jedoch nicht ersetzen. Bei Unsicherheiten bezüglich der Beschaffenheit eines Muttermals ist ein Arztbesuch in jedem Fall die beste Option.

Wie gefährdet bin ich?

Um Ihr Risikoprofil zu prüfen, beantworten Sie folgende Fragen:

  • Gab oder gibt es in Ihrer Familie Melanom-Erkrankungen?
  • Wurde bei Ihnen selbst bereits einmal ein Melanom festgestellt?
  • Leiden oder litten Sie in der Vergangenheit unter ungewöhnlich aussehenden Muttermalen?
  • Hatten Sie in Ihrer Kindheit oder Jugend einen oder mehrere starke Sonnenbrände? In diesem Fall ist Ihr Melanomrisiko erhöht.
  • Haben Sie viele Sommersprossen? (hellhäutige Menschen mit vielen
    Sommersprossen gehören zur Risikogruppe)
  • Sind Sie rothaarig? In diesem Fall ist Ihr Risiko an Melanom zu erkranken
    4,7 x größer als bei schwarzhaarigen Personen.
  • Setzen Sie sich im Urlaub gerne einer direkten Sonnenbestrahlung aus?
  • Verweigern Sie Sonnenschutzcreme oder vergessen Sie oftmals darauf, Sonnenschutz aufzutragen?
  • Ist Ihnen Ihr Hauttyp unbekannt?

Wie kann ich meinen Hauttyp testen?

Sehr hilfreich ist ein Überblick der Aktion „Sonne ohne Reue“, mit dem es auch dank Bebilderung leicht fällt, den eigenen Hauttyp zu ermitteln.

https://sonneohnereue.at/haut-check/hauttyptest/

Was ist weißer Hautkrebs? Welche Arten gibt es?

Beim Thema Hautkrebs denkt man oft an den schwarzen Hautkrebs und viele Menschen haben dazu auch bereits Bilder im Internet und in Zeitschriften gesehen. Häufiger als der schwarze Hautkrebs ist allerdings die helle Form, der „weiße Hautkrebs“. Darunter fallen mehrere Arten von Tumoren. Betroffen sind vor allem ältere Menschen.

Das Basaliom wächst immer weiter, wenn es nicht behandelt wird. Es zeigt sich als hautfarbener oder rötlich-brauner Knoten. Die Aktinische Keratose stellt sich in Form von hautfarbenen bis rötlich, rauen Flecken und schuppigen Hauterhebungen dar. Auch die weißliche Form tritt auf. Das Plattenepithelzellkarzinom geht von einem anfänglich roten, schuppenden Fleck aus und breitet sich allmählich aus. Es neigt zu Blutungen und ist in einem weiter fortgeschrittenen Stadium oft eine gelbbraune Kruste, die trockene und raue Hautstellen bedeckt. Das Plattenepithelzellkarzinom ist sehr gefährlich, weil es Metastasen bilden kann.

Was ist schwarzer Hautkrebs?

Der schwarze Hautkrebs bzw. das Melanom ist ein Tumor, der von pigmentbildenden Zellen ausgeht und an jeder Hautstelle auftreten kann. Alarmzeichen sind eine ungewöhnliche Färbung und eine ungewöhnliche Begrenzung von Muttermalen. Größter Risikofaktor für die Entstehung eines Melanoms sind UV-Strahlen.

Wie erkennt man Hautkrebs?

Die Haut sollte regelmäßig selbst untersucht werden. Dabei ist es wichtig zu schauen, wo es Veränderungen gegeben hat. Ein Spiegel hilft dabei auch jene Haustellen anzusehen, die man mit freiem Auge nicht gut einsehen kann. Man kann auch andere Mitglieder des Haushalts bitten, sich Stellen anzusehen, die man selbst nicht gut betrachten kann. WICHTIG: Die Fußsohlen nicht vergessen!

Natürlich kann eine konkrete Erkennung von Hautkrebs nur durch Ihren Dermatologen/ihre Dermatologin erfolgen. Dazu gibt es die moderne Methode Fotofinder®-Systems, die derzeit die frühestmögliche Erkennung sicherstellt.

Bitte verlassen Sie sich nicht auf „Diagnosen“ aus dem Internet!

Welche Behandlungsmethoden gibt es für Hautkrebs?

Im Frühstadium bestehen bei schwarzem Hautkrebs gute Chancen auf vollständige Entfernung durch eine Operation zu erreichen. Im fortgeschrittenen Stadium stellt die Immuntherapie mit sogenannten „monoklonalen Antikörpern“ eine gute Behandlungsmethode für Patienten dar.

Bei hellen Hautkrebsarten steht die vollständige Entfernung des Tumors im Fokus. Zum Einsatz kommen: Operation, Lasertherapie oder Vereisungstherapie.

Die beste Behandlungsmöglichkeit muss individuell vom Experten bestimmt werden.

Wie läuft die Untersuchung mit dem Fotofinder®-System ab?

Das FotoFinder® System ist die modernste Methode in der Hautkrebsfrüherkennung. Die Methode ist völlig schmerzfrei. Der Patient wird von 4 Seiten fotografiert. Danach werden alle Muttermale in einer Software markiert. Mit einer Full-HD-Videokamera erfolgt anschließend eine mikroskopische Dokumentation. Am Bildschirm wird jedes Muttermal analysiert und bekommt einen Punktewert, der etwas über die Auffälligkeit verrät. Werden hochauffällige Muttermale gefunden, dann wird Ihnen Ihre Hautärztin empfehlen, diese mittels Hautstanze zu entfernen. Die Untersuchung sollte jährlich wiederholt werden. Dann können die Muttermale und ihr Punktewert nämlich mit dem Vorjahr verglichen und Veränderungen in den vergangenen 12 Monaten ganz leicht festgestellt werden.

Wie sicher ist die Fotofinder® Untersuchung?

Mit der Fotofinder® Untersuchung können Melanome im frühesten Stadium entdeckt werden und durch rechtzeitige Entfernung vollständig geheilt werden. Damit ist die Methode eine bessere Vorsorge als eine herkömmliche Muttermalkontrolle mittels Lupe – hier werden Melanome erst in einem späteren Stadium entdeckt.

Trotzdem ist es auch weiterhin wichtig, Selbstuntersuchungen der Haut durchzuführen und sich bei plötzlich auftretenden Auffälligkeiten gleich an den Hautarzt/die Hautärztin zu wenden.

Wie lange dauert die Untersuchung?

Die Untersuchungsdauer beträgt bis zu 45-60 Minuten, hängt aber davon, wie viele Muttermale gefunden und untersucht werden müssen. Planen Sie daher ausreichend Zeit für den Untersuchungstermin ein – diese Zeit ist gut investiert!

Was kostet die Untersuchung?

  • Erstuntersuchung mit individueller Sonnen- und Hautberatung sowie schriftlicher Befundung: 260 €
  • Folgekontrollen (nach 12 Monaten, bei Risikopatienten nach persönlicher Empfehlung): 240 €
  • Dermatoskopische Teiluntersuchungen nach individuellem Zeitaufwand

Meine Reise Checkliste: „Ich packe meinen Koffer…“

Wenn Sie auf Reisen gehen, darf eine qualitativ hochwertige Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor im Gepäck nicht fehlen. Erwachsene und Kinder sollten unterschiedliche Produkte verwenden. Am besten lassen Sie sich in der Apotheke vor Reiseantritt über Qualitätsprodukte für Groß und Klein beraten. Auch eine „After Sun Lotion“ ist wichtig, um eventuell irritierte Haut nach einem Aufenthalt in der Sonne gut zu pflegen.

Achtung: Auch wenn man nicht in südliche Gefilde reist, sollte ein Sonnenschutzmittel immer mit dabei sein. Der Körper ist auch UV-Strahlung ausgesetzt, wenn man sich im Schatten aufhält oder die Sonne immer nur mal zwischendurch scheint.

Für Männer mit lichter Kopfbehaarung oder Glatze ist außerdem wichtig, eine Kappe oder andere Kopfbedeckung einzupacken – und zusätzlich zum Sonnenschutzmittel zu tragen.

Was versteht man unter dem UV-Index und wie geht man damit um?

Die Belastung durch ultraviolette Strahlung basiert auf einem international standardisierten „UV-Index“. Es handelt sich dabei um ein Maß für die Intensität der sonnenbrandwirksamen UV-Strahlung.

Die Belastung wird dabei in die folgenden Stufen unterteilt:

0-2: niedrig – kein Schutz erforderlich

3-5: mäßig – Sonnenschutz wird empfohlen

6-7: hoch – Sonnenschutz notwendig; die Mittagssonne meiden.

8-10: sehr hoch – Aufenthalte im Freien möglichst meiden, auch im Schatten lange Hosen und Sonnenbrille tragen.

Ab 11: extrem – Schutz eines Hauses aufsuchen

Die Österreichische Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) stellt tagesaktuelle Grafiken ins Internet, die über diese Strahlung je nach Region Auskunft geben: https://www.zamg.ac.at/cms/de/wetter/produkte-und-services/gesundheitswetter/prognose-uv-index .

Wer eine Reise plant, kann sich unter http://sunburnmap.com/de/ über den aktuellen UV-Index der Urlaubsdestination informieren. Ebenso wird, je nach Hauttyp, die Zeit bis zur Rötung der Haut und bis zum Sonnenbrand angegeben.

Mythen und Missverständnisse aufgedeckt

Rund um das Thema Sonnenschutz und Sonnenschutzmittel grassieren eine Menge Mythen. Wir bringen einige spannende Fakten und klären über so manches Missverständnis auf.

Nachcremen verlängert die Schutzzeit.

NEIN!

Man erneuert den Schutz, aber man verlängert ihn nicht. Das heißt, es ist den ganzen Tag über wichtig, den Sonnenschutz immer wieder zu erneuern. Der Zeitraum, für den man geschützt ist, ergibt sich aus dem Hauttyp und dem Lichtschutzfaktor.

Selbstbräuner schützen die Haut.

FALSCH!

Selbstbräuner sind Mittel, die rein kosmetischen Effekten dienen. Sie schützen die Haut vor UV-Licht keinesfalls.

Im Wasser bekommt man keinen Sonnenbrand.

IRRTUM!

Wasser sorgt aus physikalischen Gründen sogar für eine stärkere Bestrahlung der Haut. Wenn man den Urlaubstag damit startet, ins Wasser zu gehen, sollte man somit schon gut eingeschmiert sein – am besten mit wasserfesten Sonnencremes. NICHT VERGESSEN: Eine Erneuerung des Sonnenschutzes ist trotz Verwendung einer wasserfesten Creme notwendig.

Ich will braun werden im Urlaub – ich will mich nicht mit hohem Lichtschutzfaktor einschmieren.

Eine gewisse Bräunung der Haut tritt ohnehin auf, wenn man sich an mehreren Tagen hintereinander immer wieder dem Sonnenlicht aussetzt. Selbst im Schatten trifft UV-Licht auf die Haut und daher steht ein hoher Sonnenschutzfaktor einer leichten Bräunung nicht im Weg. Eine tiefe Bräunung ist nicht gesund für die Haut und sollte vermieden werden. Lieber etwas blasser, dafür eine gesunde Haut das ganze Leben über.

Aber wenn ich mich zu stark vor der Sonne schütze, dann produziere ich kein Vitamin D!

Es stimmt, Sonnenschutzmittel führen dazu, dass die sonnenlichtbedingte Vitamin-D-Produktion in einem kleineren Umfang stattfindet. Die moderne Forschung geht davon aus, dass Lichtschutzfaktor 15 rund 90 % der UV-B-Strahlung herausfiltert. Bei Lichtschutzfaktor 30 sind es 97 %.* Die positive Nachricht: Damit bleibt immer noch ein kleiner Teil an Reststrahlung, der eine Vitamin-D-Produktion ermöglicht. Dies reicht in der Regel über die Sommermonate aus, um genügend von diesem so wichtigen Vitamin zu produzieren. Die manchmal gehörte Empfehlung, man möge sich einfach 15 Minuten ungeschützt in der Sonne aufhalten, um genug Vitamin D zu bekommen, ist unseriös. Studien zeigen es: Menschen, die sich gut eincremen, haben dennoch ausreichend hohe Vitamin-D-Spiegel.*

* https://www.skincancer.org/healthy-lifestyle/vitamin-d/damage